Weniger Wachstum – mehr Wohlstand
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Aying, 02.02.2012 14:59 |
Weniger Wachstum – mehr Wohlstand lautet das diesjährige Jahresthema des Bund Naturschutz Aying. Dazu werden drei Vorträge angeboten.
Die vor 40 Jahren durch den Club of Rome-Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ ausgelöste Debatte erhält durch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise eine brisante Aktualität. Interessant ist, dass es Wirtschaftswachstum, so wie wir es kennen, genau genommen erst seit der industriellen Revolution gibt, d. h. seit Ende des 18. Jahrhunderts in England.
Die globale jährliche Wachstumsrate lag in den Jahren vor der jetzigen Finanz- und Wirtschaftskrise bei etwa 4 %. Ein ständiges Wirtschaftswachstum von 4 % bedeutet aber eine Verdoppelung von Produktion und Konsum alle 18 Jahre. Und so stellen sich Fragen wie beispielsweise:
- ist ein ’weiter so’ möglich?
- ist nachhaltiges, qualitatives Wachstum die Lösung?
Den Eröffnungsabend der spannenden Vortragsreihe werden der Ayinger Bürgermeister Johann Eichler und der 1. Vorsitzende der Bund Naturschutz-Kreisgruppe München, Christian Hierneis gestalten. Zeit und Ort: Donnerstag, 9. Februar um 19 Uhr, Bürgerhaus Aying (alte Schule, neben dem Rathaus). Das Thema des Abends lautet „Braucht Aying Wachstum?“
Wie in vielen Gemeinden im Münchner Speckgürtel gibt es immer mehr Anforderungen an die Infrastruktur u. a. durch mehr Verkehr, größere Zuzugsraten, höhere Erwartungshaltung der Bürger u. a. was Kindergärten, Schulen und Sicherheit betrifft. Dadurch entstehen höhere Ausgaben, mehr Personalbedarf usw. All dies muss durch steigende Einnahmen kompensiert werden, die, so Bürgermeister Eichler, wohl nur durch Wachstum zu decken sind. Wozu auch die Ausweisung neuer Gewerbegebiete gehören kann.
Für Christian Hierneis ist die ökologische Tragfähigkeit nicht nur global sondern auch regional bereits überschritten. Deswegen sieht er auch die Neuausweisung von Gewerbegebieten kritisch. Gibt die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ein Maximum von fünf ha pro Tag vor, so wurden in Bayern im Jahr 2010 lt. Christian Hierneis täglich 20,8 Hektar für Siedlungs- und Verkehrszwecke geopfert: „Das ist eine Steigerung um 25% gegenüber dem Vorjahr .... 8.667 qm pro Stunde.“ Pro Jahr summiert sich die Landschaftsversiegelung in Bayern damit auf die Größe des Chiemsees.
Der 2. Vortrag findet am Donnerstag, 29. März, statt. Das Thema lautet „Postwachstumsgesellschaft“ – Konzepte für einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel. Referentin: Prof. Dr. Angelika Zahrnt (Ehrenvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz, Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung). Der 3. Vortrag widmet sich am Mittwoch, 25. April, dem Thema „Gemeinwohl – Ökonomie“: eine erfolgreiche Alternative zum gegenwärtigen Wirtschaftssystem. Referenten sind Harro Colshorn, Bruckmühl (Bioland-Gärtnerei am Hainerbach) und Paul Vorsatz, Dürrnhaar (Leiter Personalbetreuung Sparda-Bank München). |
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